Bestimmt haben die meisten von Ihnen, die im Banking Bereich mit SAP® Produkten arbeiten, schon von Financial Serivces Data Management (FSDM) gehört. Mit FSDM ist es möglich Redundanzen zu reduzieren, indem Sie die Unternehmensdaten mithilfe eines einhetlichen Datenmodells nach dem Ansatz „Single Source of Truth“ (SSOT) verwalten. In Bezug auf die SAP HANA® Core Data Services (CDS) bedeutet dies ein konzeptionelles Datenmodell, sowie ein abgeleitetes physikalisches Datenmodell bereitgestellt werden. Die SAP HANA® Smart Data Integration sorgt für ein fehlerfreies Mapping von Ihren eigenen Datenmodellen aus Ihrem Quellsystem, hin zu einem einheitlichen Datenmodell für ein standardisiertes Reporting.

FSDM INKUBIT

Die Grundideen hinter dem einheitlichen Datenmodell sind folgende:

  • Daten für verschiedene Objekte derselben Klasse werden im selben Format gespeichert, obwohl sie aus verschiedenen Quellsystemen stammen
  • Daten für ein bestimmtest Geschäftsobjekt werden nur ein einziges Mal gespeichert
  • Daten können genutzt werden, um die unterschiedlichsten Reports effizient zu implementieren

Dies vereinfacht das Erstellen von Reports, da statt mit vielen verschiedenen Reports aus unterschiedlichen Quellsystemen nur noch ein einziges Datenmodell verstanden werden muss. Ebenfalls wird die Vergleichbarkeit der Daten um ein Vielfaches vereinfacht. So viel zu den allgemeinen Features von Financial Services Data Management. Wie vielleicht schon einige von Ihnen in unserer News Section gelesen haben, sind wir ein regelmäßiger Teilnehmer der FSDM SAT‘s (Solution Acceptance Test) der SAP SE. In dem folgenden Blogbeitrag möchten wir etwas detaillierter auf die letzten Neuerungen eingehen, damit Sie sich ein besseres Bild der Software machen können.

FSDM Systematik

Business Domains in FSDM

Eine Business Domain beschreibt eine Unterkategorie semantisch verwandter Entitäten innerhalb des konzeptionellen Datenmodells (CDM). Jede Entität ist Teil einer Business Domain. So sind beispielsweise alle für die operative Abwicklung von Konten und Einlagen relevanten Daten Teil der Business Domain „Bankkonten“.

Folgende Business Domains sind erweitert oder hinzugefügt worden:

Business Partner (Erweiterung): Stellt die Entitäten bereit um verwandte Daten zwischen Geschäftspartnern, im Kontext von Finanzdienstleistungen, darzustellen.

Das frühere Datenmodell hatte folgende Relationskategorien:

  • Definition der Beziehung.
  • Definition der Spezialisierung / Vererbung. Neue Kategorien müssen explizit im Datenmodell modelliert werden.
  • Definition der Attribute der Beziehung.
  • Typ ist eine weitere Aufschlüsselung, ist aber nicht Teil des Schlüssels, weil die Kategorie bereits definiert ist.

Daraus ergeben sich folgende Schwachpunkte:

  • Der Aufwand für jede neue Kategorie ist hoch und muss von der SAP SE selber modelliert werden
  • Nutzung von Typen wäre bequemer, sind aber nicht Teil des Schlüssels --> Die Typen definieren nicht die Struktur der Attribute
  • Semantik von Kategorie und Typ nicht wirklich klar
  • die Verwendung der Kategorie als Primärschlüssel erzeugt ein Problem mit der Definition bei Vererbungen
  • Der Typ ist kein Schlüsselfeld und daher können nicht mehrere Typen für die dieselbe Kategorie verwendet werden. Aus diesem Grund ist die Erweiterbarkeit nach Typen derzeit eingeschränkt.

Die Verbesserungen des neuen Datenmodells:

  • Typ und Kategorie erhalten eine klare Semantik: Der Typ definiert die Relation und die Kategorie definiert die Attributsstruktur
  • Der Typ ist der Primärschlüssel für die BusinessPartnerRelation
  • Die Kategorie ist kein Schlüsselfeld mehr
  • Relationen mit weiteren Attributen benötigen keine weitere Kategorie (oder Standardkategorie: WithoutFurtherDetails)

Unterstützung bei der Einhaltung der Regeln für die europäische Berichterstattung: Diese Business Domain bietet die technische Umgebung, die zur Unterstützung einiger Regulierungsanforderungen innerhalb der EU erforderlich sind,  wie z.B. die Capital Requirements Regulation (CRR) für Kreditprodukte. Diese EU-Verordnung enthält vor allem quantitative Anforderungen an Banken, wie z.B. Vorschriften zur Eigenkapitalausstattung, zu Großkreditengagements und zur Liquidität.

Das Datenmodell ergänzt Felder, die in dem operativen Datenmodell, das die Darlehen repräsentiert, noch fehlten.

Neue Geschäftsanforderungen beim ERR-Standard erforderten Optimierungen in:

  • Diagrammen
  • Entitäten
  • Attributen
  • Relationen

Derivate: Diese Domain stellt die Entitäten bereit um verwandte Daten zwischen gehandelten Derivaten darzustellen.

Das Datenmodell enthält alle Daten zur Abbildung der folgenden Derivativgeschäfte:

  • Gelistete Terminkontrakte und Optionen auf Sicherheiten, Zinsgeschäfte, Währungsgeschäfte und Indizes
  • OTC forwards
  • OTC forward rate agreements
  • OTC currency swaps
  • OTC interest bearing swaps - cross currency swaps
  • OTC interest swaps
  • OTC swaptions
  • OTC credit default swaps

Syndicated Lending: Diese Domain stellt die Entitäten bereit, die benötigt werden, um Daten im Zusammenhang mit einem Konsortialkredit, einer Konsortialverpflichtung, einem Beteiligungsvertrag und anderen Entitäten im Rahmen eines syndizierten Kredits darzustellen.

Hintergrund: Der Kreditbedarf einiger Unternehmen liegt manchmal über der Finanzierungs- und Kreditrisikofähigkeit einzelner Kreditgeber. Infolgedessen werden einige Kredite als Konsortien mit den von zwei oder mehreren Kreditgebern gemeinsam bereitgestellten Mitteln arrangiert. Ein Konsortialkredit ist eine Form des Kreditgeschäfts, bei der zwei oder mehr Kreditgeber gemeinsam Kredite für einen oder mehrere Kreditnehmer zu gleichen Kreditbedingungen und mit unterschiedlichen Pflichten vergeben.

Primary Insurance: Diese Business Domain stellt die Entitäten zur Verfügung, die zur Darstellung von Daten aus dem Erstversicherungsgeschäft benötigt werden. Das Datenmodell enthält Daten zur Abbildung von Erstversicherungsverträgen im Bereich des Lebens- und Rentengeschäfts.

Dazu gehören der Versicherungsantrag, das Versicherungsprodukt und das Elementarprodukt. Jeder Versicherungsvertrag enthält eine Liste der Deckungskomponenten, einschließlich der Möglichkeit der Ausübung von Optionen oder Riders.

Das Datenmodell basiert auf den folgenden US-spezifischen Kreditprodukten:

  • Term life
  • Universal life
  • Indexed universal life
  • Fixed-term annuity

Das Datenmodell ist so konzipiert, dass es auch die europäischen Produktlinien widerspiegelt. Das Datenmodell unterstützt auch die im US-Markt üblichen Lizenzen für Versicherungsmakler.

Verlieren Sie nicht den Anschluss

Wie bewerkstelligen Sie die steigenden Datenmengen und Anforderungen in Ihrem Unternehmen? Der Erfolg von Finanzinstituten wird künftig, unter anderem davon abhängen, wie gut diese ihre komplexen Datenlandschaften im Griff haben. Eine moderne Datenmanagementplattform kann Ihnen dabei helfen Konsistenz, Verfügbarkeit, Performance und Effizienz zu gewährleisten. Eine Komponente hierfür kann das Financial Services Datenmodell sein, welches eine standardisierte zentrale Abbildung für alle relevanten Daten anbietet und von Partnern und Kunden erweitert werden kann. Durch die SAP HANA® Data Management Suite und FSDP können Finanzinstitute nicht nur analytische Reporting-Prozesse optimieren, sondern auch in Echtzeit operative Prozesse mit intelligenten Daten versorgen. So können Sie Prozessschritte automatisieren sowie Kunden und Mitarbeitern alle Daten dort zu Verfügung stellen, wo sie gebraucht werden.