Inhalt des Artikels

Im Zuge der Weiterentwicklungen von Soft- und Hardware in den letzten Jahrzehnten, stieg auch die Nachfrage nach der computergestützten Abbildung betriebswirtschaftlicher Unternehmensprozesse. Für unterschiedlichste Unternehmensbereiche wie zum Beispiel Einkauf, Verkauf oder Lagerverwaltung gab es individuelle Softwarelösungen, sogenannte Insellösungen, mit dem Ziel Prozesse zu automatisieren und zu optimieren sowie die Steuerung von Funktionen und Abteilungen zu vereinfachen.

Unterschiedliche Softwarelösungen führen jedoch zwangsläufig zu einer redundanten Datenhaltung in den einzelnen Systemen und ermöglichen dem Management somit nicht bzw. nur erschwert kombinierte Auswertungsmöglichkeiten über alle Unternehmensdaten hinweg. Als Folge dessen ist ein Unternehmensreporting nur mangelhaft möglich und das wiederrum kann zu unternehmerischen Fehlentscheidungen führen.

Mit der Einführung von ERP-Systemen wurden die Datenredundanz und die Lücken in den Auswertungsmöglichkeiten behoben, denn die einzelnen Insellösungen wurden modular in eine Unternehmenslösung integriert.

Im Großkundensegment ist hierbei die SAP der Vorreiter mit der etabliertesten Lösung und einer engen Integration der einzelnen Module. Durch stetige Innovation und Weiterentwicklungen in Technologie und Architektur werden die bestehenden Lösungen kontinuierlich erweitert und optimiert. Als Beispiele sind hier S/4 HANA oder SAP Leonardo zu nennen. All diese Lösungen lassen sich individuell am Bedarf des Kunden kombinieren und integrieren und bieten somit eine optimale Grundlage, um ein Unternehmen effektiv, effizient und nachhaltig aufzubauen, zu organisieren und zu steuern – und vor allem über alle Unternehmensdaten hinweg zu skalieren. Man spricht hierbei vom „intelligenten Unternehmen“.

Als SAP-Beratungshaus und Experten im Bereich Business Intelligence möchten wir Ihnen mit diesem Artikel die einzelnen Bestandteile für eine erfolgreiche Integration mit SAP aufzeigen.

4 Säulen der SAP Integration

Out-of-the-Box Integration: Die SAP SE bietet unterschiedlichste Integrationskomponenten für jegliche betriebswirtschaftliche Anforderung. Um die Daten aus einzelnen Modulen nutzen zu können, werden Tools bereitgestellt, um wesentlich Prozesse (z. B. ETL) abzubilden. Dies umfasst zum Beispiel SAP Data Hub, Master Data Services und SAP Cloud Platform Integration.

Offene Integration: Öffentliche APIs und vorgefertigte Integrationsszenarien ermöglichen die Einbindung von Unternehmensanwendungen sowie Non-SAP-Daten/-Prozesse einschließlich der Möglichkeit der Integration von Geschäftspartnern.

Ganzheitliche Integration: Die End-to-End Digitalisierung wird z. B.  mittels SAP-Hybrid-Integrationsplattform ermöglicht. Weiterhin werden flexible Einsatzmöglichkeiten geboten und auf die "Integration Solution Advisory Methodology" (ISA-M) abgezielt.

KI-getriebene Integration: Einbettung von KI und maschinellem Lernen in bestehende SAP-Prozesse zur kontextbasierten Unterstützung und Intelligent Robotic Process Automation (RPA) Services.

Die Zukunft – Integration Solution Advisory Methodology (ISA-M)

Nachfolgend wollen wir Ihnen die Integrationsvision der SAP SE vorstellen. Basierend auf den genannten Integrationsbestandteilen werden hier die Integrationskomponenten und Anwendungsbereiche dargestellt.

SAP Integration Übersicht

Process Orchestration: Darstellung und Dokumentation von Prozessen in einer modellgetriebenen Umgebung.

Als Tools werden hier z. B. SAP Cloud Patform Workflow genannt, um Workflow Anwendungen zu erstellen, zu erweitern und zu bearbeiten.

Mit dem Tool SAP Cloud Patform Business Rules werden Geschäftslogiken aus unterschiedlichen Anwendungen exportiert und aufbereitet. Business Rules werden somit verwaltbar und für andere Anwendungen zugänglich.

Um einen Überblick sowie Transparenz über Cloud-, Hybrid- und On-Premise Landschaften in Echtzeit zu generieren, werden Process Visibility Dashboards und Szenario-Modelle implementiert.

APIs & Pre Packaged Content: Die SAP Cloud Platform deckt alle Anforderungen der Prozessintegration ab und bietet hierfür unterschiedliche out-of-the box-Anschlüsse sowie anwendungsspezifische Adapter für SAP-Systeme an. Weiterhin werden vorkonfigurierte Funktionen angeboten (Sammeln, Routen, Signieren, Verschlüsseln von Daten). Die APIs werden über die SAP API Business Hub bereitgestellt.

Master Data / Stammdatenverwaltung: Die SAP Cloud Platform bietet Master Data Services für die Integration von Stammdaten durch verschiedene Cloud-Anwendungen. Ziel ist die unternehmensweite Stammdatenverwaltung (die Master Data Governance), um diese Stammdaten wiederverwendbar zu machen und somit eine Redundanz in den einzelnen Systemen zu vermeiden. Weiterhin sollen globale Funktionen wie z. B. Währungsumrechnungen, Maßeinheiten-Umrechnungen usw. mit diesem Tool abgebildet werden.

Integration Style & Technology

Process: Die Integration findet prozessgetrieben statt. Hierbei gilt es vor allem, die vertikale- und horizontale Integrationsrichtung miteinander zu verbinden.

Data: Für die datengetriebene Integration nutzt SAP Big-Data-Techniken, eine horizontale Skalierbarkeit und insbesondere dynamische Schemata. Daten können „as is“ gesammelt werden, ohne vorab ein Schema zu modellieren. Diese Flexibilität ermöglicht die Umsetzung eines Datensees. Die Daten im See können flexibel gesammelt, verwaltet und ausgewertet werden.

UX: SAP Produkte oder Services sollen von Anfang bis Ende mit einer verlässlichen und intuitiven Nutzung überzeugen. Neben der reinen Nutzungsphase sind auch die Touchpoints der künftigen Kunden mit dem Produkt oder Onlineservice vor, während und nach der Nutzung bedacht und gestaltet.

Analytics: Mittels der SAP Analytics Cloud wird Business Intelligence in Echtzeit ermöglich. Dazu zählen unter anderem:

  • Smart Insights (generierte Einblicke aus vorhandenen Daten)
  • Smart Discovery (Erkennen von komplizierten Mustern)
  • Smart Predict (Prognosen durch maschinelles Lernen)

Internet of Things: Dienstleistungen und Funktionen zur IoT-Integration zum Beispiel durch SAP Leonardo

Event Brokerage und Stream Analytics

SAP bietet eine ereignisgesteuerte Architektur, um Systemereignisse in der Cloud zu verarbeiten. Der Event Broker stellt die Informationen über Ereignisse den Anwendungen in der Systemlandschaft zur Verfügung und nutzt dazu den Kommunikationskanal des Tools SAP Cloud Patform Enterprise Messaging.

SAP HANA verfügt über eine eingebaute Streaming-Analysefunktion zur Kombination von Ereignissen und Anwendung von Geschäftslogiken, um diese für Dashboards und Monitoring-Tools bereitzustellen.

Setup & Operations

Monitoring: Über jede SAP Applikation bzw. jeden Service hinweg können Prozesse überwacht werden.

Automation: Alle integrierten Prozesse lassen sich über die gesamte SAP Plattform hinweg automatisieren.

Extensibility: Jede Applikation oder Service lässt sich beliebig um eine weitere SAP Komponente erweitern. Auch um externe Komponenten kann erweitert werden. Die SAP SE bietet für die externe Erweiterung eine hohe Anzahl an offiziellen API’s an.

Security: Die SAP Cloud Platform unterstützt sowohl Daten- als auch Prozessintegration. Zur Verfügung stehen dabei eine Reihe von vorkonfigurierten Integrationspakten, z.B. für SAP ERP, SAP CRM, Add-on für IBM Lotus Notes, Microsoft Outlook, Microsoft Excel. Die Pakete enthalten vordefinierte Logiken, Schnittstellenbeschreibungen, Definitionen, Szenarien, Mappings und Adapterkonfigurationen und sind im Standardumfang der Plattform enthalten. Der im Paket enthaltene HCI sorgt dafür, den Arbeitsaufwand und das Risiko, welche mit dem Entwickeln und Testen von eigenen Integrationen verbunden sind, zu reduzieren.

Fazit

Die Integrationsstrategie der SAP bietet vielfältige Möglichkeiten, um tägliche Prozesse zu integrieren, zu automatisieren und somit einen Informationsmehrwert über alle Unternehmensdaten hinweg in den jeweiligen Anwendungen zu generieren.

Die SAP Cloud Platform kann um weitere Tools wie beispielsweise SAP Data Hub und SAP Analytics Cloud je nach Kundenbedarf erweitert werden und kann somit jedes System in der Systemlandschaft eines Unternehmens berücksichtigen.

Die SAP Cloud Platform soll die Grundlage für intelligente Unternehmen bilden. Dank der Vereinigung sämtlicher Cloud-Lösungen sind durchgängige Prozesse garantiert. Die Plattform bietet Entwicklungsteams die Möglichkeit selbst neue Lösungen zu entwickeln. Durch die Kompatibilität mit Cloud Anbietern wie Microsoft, Google oder Amazon sind die Applikationen in SAP und Third-Party Lösungen integrierbar. Darüber hinaus verfügt die Plattform über offene APIs und unterstützt Open Source Programmiersprachen.

Laut SAP nutzten im Oktober 2018 bereits 10.000 Kunden die SAP Cloud Platform. Die SAP Cloud Platform hat wesentlich zum Umsatzwachstum beim Cloud Geschäft beigetragen. Aktuell nutzen 5.000 Kunden die SAP Cloud Platform für die API-Verwaltung, also Protokolle und Tools, die die Kommunikation zwischen Anwendungen ermöglichen. Damit ist die Plattform auf dem Markt erfolgreicher als die Produkte anderer Anbieter für Anwendungsintegration.

Die SAP SE bietet zwei verschiedene Preismodelle an. Einmal das Abonnementmodell und das verbrauchsbasierte Modell. Bei dem Abonnementmodell wird, nach klassischer Art und Weise, einmal im Monat oder im Jahr für einen bestimmten Service gezahlt und dieser kann beliebig oft genutzt werden. Bei dem verbrauchsbasierten Modell können Kunden Credits kaufen und diese nach eigenem Ermessen verbrauchen. Es kann jeder verfügbare Service der SAP Cloud Platform bis zum Ablauf der Credits genutzt werden.