In dem folgenden Blog Artikel möchten wir Ihnen einen Projekteinblick gewähren in eine der weltweit größten Einführungen für Business Warehouse auf SAP HANA®. Die Einführung fand für einen weltweit agierenden Chemie- und Pharma-Konzern im Bereich Lagerhaus-Management statt. INKUBIT übernahm hier die Konzeption und Implementierung der Lagerhaus Management Prozesse und eines darauf aufbauenden Reportings sowohl für Fachbereiche als auch auf Managementebene.

SAP BW HANA

Die umzusetzenden Themen im Bereich des Lagerhaus-Managements waren:

  • Anbindung einer O365-Datenbank, um die Daten externer und nicht SAP® gesteuerter Lagerhäuser auswerten zu können.
  • Integration der grundlegenden Lagerhaus Daten aus dem Warehouse Management wie z. B. Bestände, Bewegungen und Inventuren
  • Projektion von Warenein- und ausgängen, um die Auslastung der weltweiten Lagerhäuser aktuell und in Zukunft darzustellen

Eingesetzt wurde ein performantes Business Warehouse auf SAP HANA® 7.5. Die Modellierung erfolgte hauptsächlich mittels SAP HANA® Studio. Als Programmiersprache war ABAP® OO im Einsatz.

 

SAP BW HANA

Nicht SAP® gesteuerte Lagerhäuser

Aus unterschiedlichen Gründen (z. B. Kosten, Personal) werden weltweit eine große Anzahl von Lagerhäusern durch externe Logistikanbieter wie beispielsweise DHL betreut und gesteuert. Diese extern gesteuerten Lagerhäuser nutzen in der Regel nicht das Warehouse Management System des Unternehmens sondern arbeiten mit eigenen Lagerverwaltungssystemen oder simplen Excel-Tabellen. Ziel des Projektes war es für alle Fremdanbieter eine vereinheitlichte Oberfläche sowie für Fachbereiche und Management ein globales Reporting anzubieten.

In Zusammenarbeit mit einem Partner, der auf Microsoft SharePoint spezialisiert ist, wurde eine O365-Datenbank mit einem ansprechenden, intuitiven Interface zur Eingabe der erforderlichen Lagerhaus-Kennzahlen (z. B. Kosten pro Palette, Lagerhauskapazitäten uvm.) sowie beschreibenden Stammdaten durch den jeweiligen Lagerhausverantwortlichen erstellt. Die Daten aus der Datenbank wurden dann extrahiert und in ein Datenmodell auf das neue Business Warehouse auf SAP HANA® 7.5 übertragen. Innerhalb des BW-Datenmodells werden Ableitungen und Währungsumrechnungen vorgenommen, um die Anforderungen an das Reporting zu erfüllen. Die Daten stehen dem Fachbereich respektive dem Management zur Verfügung, aufbereitet in einem Analysis for Office-Report als auch in einem interaktiven Dashboard.

Integration des SAP® Warehouse Managements

Selbstverwaltete Lagerhäuser nutzen das Warehouse Management Modul der SAP SE. Die wesentlichen Informationen eines Lagerhauses wie Stammdaten, Bestände, Bewegungen und Inventuren werden dort gepflegt und vorgehalten. Im Rahmen des Projektes sollten diese Daten in das BW auf SAP HANA® übertragen und für den Fachbereich auswertbar gemacht werden.

Mittels generischer DataSourcen werden die Daten unterschiedlicher Tabellen des WM-Systems extrahiert und in das neue BW-Datenmodell übertragen. Hierbei handelt es sich unter anderem um Bestände (Tabelle: LQUA, LEIN), Bewegungen (Tabelle: LTAK, LTAP) und Inventuren (Tabelle: LINK, LINV) sowie diverser Stammdaten. Bei der Beladung werden weitere Felder abgeleitet, die weltweiten Zeitzonen hinsichtlich der Berechnung von Datumsfeldern berücksichtigt und Währungen umgerechnet. Für den Fachbereich wird ein entsprechendes AO-Workbook erstellt, dass unterschiedliche Queries für die einzelnen Auswertungsbereiche enthält.

Lagerhaus Auslastungen

Basierend auf den Warehouse Management Daten ist ein Portfolio unterschiedlicher Auswertungen sowohl für den Fachbereich als auch das Management notwendig. Dabei wird auch jeweils das zu Grunde liegende Datenmodell implementiert.

  • Lagerplatz-Auslastung:

Hierbei werden die insgesamt im Lagerhaus verfügbaren Lagerplätze ermittelt und mit Hilfe der aktuellen Bestände die Anzahl der aktuell genutzten Lagerplätze gegenüber gestellt. Ziel ist es hier zu sehen, wie die Lagerplatz-Auslastung für einzelne Lagerbereiche für den aktuellen Tag ist.

  • Palletten-Kapazität:

Die gesamte Palletten-Kapazität eines Lagerhauses wird ermittelt und die aktuell im Lager vorgehaltene Anzahl der Paletten gegenübergestellt. Dies ist relevant, um mögliche Warenein- und ausgänge zu steuern und eine Über- oder Unterdeckung mit Palletten zu vermeiden. Um dies zu erreichen wird außerdem eine Pallettenkonvertierung implementiert, die aus den Mengen in der Basismengeneinheit die Anzahl der Paletten errechnet.

  • Lagerhaus-Projektion:

Für diesen Auswertungsbedarf werden die zukünftig geplanten Warenein- und ausgänge in der Einheit Pallette aus den Quellsystemen APO, Produktionsplanung (Material und Komponenten), Beschaffung und Vertrieb berücksichtigt. Mittels der maximalen Pallettenkapazität und der freien Kapazität für jeden Lagerhausbereich sowie der Zuordnung neuer Bewegungen zu möglichen Lagerhausbereichen werden die zukünftigen Warenein- und ausgänge für die nächsten 365 Tage prognostiziert. Ziel dieser Auswertung ist es zum Beispiel mögliche Über- und Unterdeckungen in der Zukunft vorherzusehen, Lieferungen und Wareneingänge zu steuern und Waren zwischen Lagerhäusern zu disponieren.

Diese Auswertungen sind sowohl als AO-Queries als auch in einem interaktiven Dashboard nutzbar, um Fachbereich und Management alle betriebswirtschaftlichen Fragen hinsichtlich der Lagerhaus-Auslastungen zu beantworten.