BlogDynamics 365 Customer Insights

Marketing Trends 2026: Zwischen „AI First“ und echter Menschlichkeit

Lesezeit: 5 Minuten
Marketing Trends 2026

Marketing steht 2026 an einem Wendepunkt. Viele Mechanismen, die über Jahre zuverlässig funktioniert haben, verlieren an Wirkung. Automatisierung, KI-generierte Inhalte und datenbasierte Steuerung sind längst operativer Alltag. Gleichzeitig wächst auf Kundenseite ein gegenteiliger Anspruch. Kommunikation soll verständlich, relevant und glaubwürdig sein. Nicht perfekter, sondern passender. Nicht lauter, sondern hilfreicher. Die Marketing Trends 2026 lassen sich deshalb nicht als Fortschreibung bestehender Taktiken verstehen. Sie markieren einen strukturellen Paradigmenwechsel, der Marketing-Organisationen grundlegend betrifft.

Warum Marketing 2026 neu eingeordnet werden muss

Marketing steht unter wachsendem Erwartungsdruck. Budgets werden restriktiver, Wirkung muss klarer nachgewiesen werden und gleichzeitig steigt die Komplexität der Kanäle, Technologien und Zielgruppen. In vielen Organisationen ist Marketing historisch kanal- oder kampagnenorientiert aufgebaut. Diese Logik stößt 2026 zunehmend an ihre Grenzen. Relevanz entsteht nicht mehr durch Präsenz auf möglichst vielen Kanälen, sondern durch konsistente Einordnung entlang realer Kundenbedürfnisse. Marketing wird stärker daran gemessen, welchen Beitrag es zum langfristigen Customer Value leistet. Das verschiebt den Fokus von Aktivität hin zu strategischer Wirkung.

Trend 1: AI-First Marketing

Künstliche Intelligenz wird im Marketing vieler Unternehmen noch immer als ergänzendes Werkzeug betrachtet. Ein weiteres Tool im Stack, ein Effizienzhebel für Content-Produktion oder Analyse. 2026 zeigt sich jedoch deutlich, dass diese Sicht zu kurz greift. AI-First Marketing beschreibt den Übergang von punktuellen KI-Anwendungen hin zu einer strukturellen Verankerung. KI wird zur infrastrukturellen Grundlage, vergleichbar mit CRM-Systemen oder Marketing-Automation in früheren Jahren.

Was dieser Trend für Marketing-Organisationen bedeutet

AI-First bedeutet nicht maximale Automatisierung. Entscheidend ist die bewusste Trennung zwischen maschineller Unterstützung, wie in Dynamics 365 Customer Insights, und menschlicher Bewertung. KI bereitet Entscheidungen vor, priorisiert Informationen und erkennt Muster. Die Verantwortung für Einordnung, Tonalität und strategische Relevanz bleibt beim Menschen. Organisationen, die diese Rollen nicht klar definieren, riskieren entweder blinde Automatisierung oder ineffiziente Doppelarbeit. AI-First ist damit weniger eine Technologiefrage als eine Organisationsfrage.

Trend 2: Zero-Click Marketing

Ein prägendes Merkmal der Marketing Trends 2026 ist der weitere Rückgang klassischer Klickpfade. Suchmaschinen, Plattformen und KI-Interfaces beantworten Fragen zunehmend direkt. Informationen werden zusammengefasst, eingeordnet und ausgespielt, ohne dass Nutzer zwingend eine Website besuchen. Sichtbarkeit entsteht damit häufig ohne direkte Interaktion.

Was dieser Trend für Sichtbarkeit und Content bedeutet

Erfolg lässt sich nicht mehr ausschließlich über Traffic messen. Inhalte müssen so gestaltet sein, dass sie auch außerhalb der eigenen Kanäle funktionieren. Verständlichkeit, Klarheit und Zitierfähigkeit gewinnen an Bedeutung. Relevanz entsteht dort, wo Orientierung geboten wird. Nicht durch Reichweite, sondern durch Präsenz an den entscheidenden Stellen. Für Marketing-Organisationen bedeutet das, Content stärker als strategisches Asset zu begreifen und weniger als Kampagnenmittel.

Marketing Trends 2026

Trend 3: Zero-Party Data und Vertrauen

Parallel zum Bedeutungsverlust von Third-Party-Daten gewinnt Zero-Party Data an Relevanz. Gemeint sind Informationen, die Nutzer bewusst und freiwillig teilen. Diese Entwicklung ist keine technische Feinheit, sondern Ausdruck eines grundlegenden Vertrauenswandels. Datenschutzregulatorik, steigende Sensibilität und sinkende Akzeptanz von Tracking verändern die Spielregeln nachhaltig.

Was dieser Trend für Datenstrategien bedeutet

Marketing kann Daten nicht mehr einfach sammeln. Es muss Gründe liefern, warum Menschen bereit sind, Informationen preiszugeben. Vertrauen wird zur zentralen Ressource. Inhalte, Services und Interaktionen müssen einen klaren Mehrwert bieten, bevor Daten fließen. Damit rückt Marketing näher an Customer Experience, Service und Kommunikation heran. Datenstrategie wird Beziehungsarbeit.

Trend 4: People Marketing

Auch im Kontext von Arbeitgeberattraktivität zeigen sich die Marketing Trends 2026 deutlich. Klassisches Employer Branding arbeitet häufig mit generischen Versprechen und idealisierten Bildern. Diese Muster verlieren zunehmend an Wirkung. Kandidaten und Mitarbeitende erwarten Einordnung statt Inszenierung.

Was dieser Trend für Organisationen bedeutet

People Marketing rückt reale Rollen, tatsächliche Erwartungen und konkrete Entwicklungsmöglichkeiten in den Mittelpunkt. Nicht als Kampagne, sondern als kontinuierliche Kommunikation. Marketing übernimmt hier eine verbindende Rolle zwischen interner Realität und externer Wahrnehmung. Glaubwürdigkeit entsteht dort, wo Kommunikation konsistent mit erlebter Organisation ist.

Trend 5: Relevanz statt Reichweite

Einer der zentralen Marketing Trends 2026 ist die Abkehr vom reinen Reichweitendenken. Aufmerksamkeit ist fragmentiert, Budgets stehen unter Druck und Wirkung wird schwerer messbar. Reichweite allein wird zunehmend entkoppelt von tatsächlichem Nutzen.

Was dieser Trend für Steuerung und KPIs bedeutet

Erfolgreiche Marketing-Organisationen priorisieren Relevanz. Sie fragen nicht mehr, wie viele Menschen erreicht werden, sondern welche. Diese Perspektive verändert Zieldefinitionen, KPI-Modelle und interne Abstimmungen. Marketing rückt näher an Geschäftsziele und wird stärker als strategische Funktion verstanden, die Wertbeiträge sichtbar macht.

Typische Fehlannahmen in Marketing-Organisationen

Viele Organisationen reagieren auf diese Entwicklungen mit Aktionismus. Mehr Tools, mehr Inhalte, mehr Kampagnen. Die eigentlichen Probleme liegen jedoch häufig tiefer. Marketing ist organisatorisch noch stark in Silos strukturiert. Diese Strukturen erschweren es, AI-First-Ansätze, Zero-Click-Logiken und Relevanzdenken sinnvoll zu integrieren. Ohne klare Prioritäten und Entscheidungswege entsteht operative Überlastung statt strategischer Wirkung.

Was Marketing-Organisationen jetzt leisten müssen

Marketing 2026 verlangt keine radikale Neuerfindung, aber eine klare Neuausrichtung. Zentrale Handlungsfelder liegen in der bewussten Klärung der Rolle von KI, der Anpassung von Erfolgskriterien jenseits von Klicks, dem Aufbau vertrauensbasierter Datenbeziehungen, der stärkeren Verzahnung von Marketing mit HR, Sales und Service sowie der konsequenten Fokussierung auf relevante Zielgruppen und Themen. Diese Schritte sind organisatorischer Natur und erfordern Führung und Orientierung.

Fazit: Marketing wird leiser, aber wirksamer

Die Marketing Trends 2026 zeigen keinen einfachen Weg, aber eine klare Richtung. Marketing wird gleichzeitig technologischer und menschlicher. Organisationen, die diesen Spagat ernst nehmen, gewinnen Klarheit. Nicht durch Lautstärke, sondern durch Relevanz. Marketing entwickelt sich damit von der Kampagnenfunktion zur kontinuierlichen Wertschöpfung für Kunden, Mitarbeitende und das Unternehmen insgesamt.

Über den Autor

Lara Söhlke

TERMIN MIT UNSEREM TEAM BUCHEN

Dynamics 365 Customer Insights Reference

Neuste Beiträge

Wir sind nur so weit entfernt, wie Ihr Telefon!

Unser Team steht Ihnen gerne jederzeit telefonisch, per E-Mail oder über unser Online-Formular zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!