Microsoft verändert die Art, wie neue Funktionen für Dynamics 365, Power Platform und Dataverse veröffentlicht werden. Statt zweimal jährlich neue Release Waves anzukündigen, werden kommende Funktionen seit September 2026 kontinuierlich in der AI at Work Roadmap veröffentlicht. Neue Funktionen erscheinen dort, sobald Microsoft die Planung verbindlich kommunizieren kann, und werden anschließend entlang ihres Rollouts aktualisiert.
Damit entfällt auch der bisherige Rhythmus unserer Release-Wave-Updates. Statt zweimal jährlich mehrere hundert Neuerungen zusammenzufassen, ordnen wir künftig regelmäßig die Änderungen ein, die für Unternehmen tatsächlich relevant sind.
Microsoft veröffentlicht die vollständige Übersicht weiterhin selbst. Alle angekündigten Funktionen, geplanten Rollouts und Statusänderungen finden Sie in der Microsoft AI at Work Roadmap.
Wir konzentrieren uns deshalb auf eine andere Frage: Welche Neuerungen verändern konkrete Geschäftsprozesse und welche davon sollten Unternehmen tatsächlich prüfen oder einsetzen?
Im September stehen dabei insbesondere AI Agents, intelligenter Vertrieb, datenbasierte Projektsteuerung und die Governance der Power Platform im Mittelpunkt.
Die wichtigsten Microsoft Updates im September 2026
| Neuerung | Microsoft-Lösung | Status | Warum relevant? |
|---|---|---|---|
| Work IQ verbindet Business- und Arbeitsplatzdaten | Microsoft Copilot / Dataverse | Preview ab 30. September | Copilot und Agents können Geschäftsprozesse und Unternehmensdaten stärker gemeinsam berücksichtigen |
| Lead Research und Next Best Actions direkt in Sales Home | Dynamics 365 Sales | General Availability im September | Vertriebsteams erkennen schneller, welche Leads Priorität haben und welcher nächste Schritt sinnvoll ist |
| CRM-Datensätze direkt über den Sales Agent erstellen | Dynamics 365 Sales | General Availability im September | Kontakte, Accounts und Opportunities können direkt aus dem Copilot-Chat angelegt werden |
| Historische Deal-Muster für aktive Opportunities nutzen | Dynamics 365 Sales | General Availability im September | Erkenntnisse aus vergangenen Deals fließen in Empfehlungen für laufende Verkaufschancen ein |
| What-if-Analysen für Projektangebote und Kalkulationen | Dynamics 365 Project Operations | General Availability im September | Preise, Kosten und Margen lassen sich vor einer Entscheidung in verschiedenen Szenarien simulieren |
| Unternehmensweite Sicht auf Ressourcen und Zuweisungen | Dynamics 365 Project Operations | General Availability im September | Projektorganisationen erhalten mehr Transparenz über Auslastung, Ressourcen und potenzielle Engpässe |
| Agentic Center of Enablement für Power Platform Governance | Microsoft Power Platform | Public Preview im September | AI Agents sollen Risiken erkennen und Governance-Aufgaben stärker automatisieren |
1. Work IQ verbindet Copilot und Agents stärker mit den tatsächlichen Geschäftsprozessen
Eine der strategisch wichtigsten Neuerungen kommt Ende September mit Work IQ. Microsoft bringt damit Daten aus Dynamics 365 und Power Platform stärker mit den Informationen zusammen, die Mitarbeitende täglich in Microsoft 365 verwenden.
Die Preview startet am 30. September 2026, der weitere Rollout ist für Oktober vorgesehen. Work IQ soll Copilot und Agents nicht nur Zugriff auf einzelne Informationen ermöglichen, sondern ihnen mehr Kontext darüber geben, wie Geschäftsdaten zusammenhängen und welche Regeln und Prozesse dahinterstehen.
Warum ist das relevant?
Der Nutzen eines AI Agents hängt stark davon ab, ob er den notwendigen Geschäftskontext versteht.
Ein Vertriebsagent benötigt beispielsweise nicht nur eine E-Mail aus Outlook. Er muss auch wissen, welcher Kunde dahintersteht, welche Opportunity geöffnet ist, welche Aktivitäten bereits stattgefunden haben und welche Prozesse im CRM gelten.
Work IQ bewegt Microsoft genau in diese Richtung: Microsoft 365, Copilot und Business Applications wachsen auf Daten- und Prozessebene enger zusammen.
Für Unternehmen, die bereits Microsoft Copilot, Dynamics 365 oder eigene Agents einsetzen, wird damit vor allem die Qualität der zugrunde liegenden Datenstruktur noch wichtiger.
2. Dynamics 365 Sales übernimmt mehr Recherche und Priorisierung
Im Vertrieb gehen im September mehrere AI-Funktionen in die allgemeine Verfügbarkeit.
Besonders relevant ist die neue Kombination aus Lead Research und Next Best Actions in Sales Home. Der Sales Agent recherchiert Informationen zu Leads, bewertet deren Relevanz und zeigt direkt im Arbeitsbereich, welche Leads Aufmerksamkeit benötigen und welcher nächste Schritt sinnvoll sein könnte.
Statt Leads lediglich in einer Liste abzuarbeiten, können Vertriebsteams stärker nach tatsächlichem Potenzial und Handlungsbedarf priorisieren.
Der Business Use Case
Gerade bei größeren Lead-Mengen entsteht häufig ein einfaches Problem: Nicht zu wenige Leads, sondern zu wenig Zeit für eine konsequente Qualifizierung.
Hier kann AI einen Teil der Vorarbeit übernehmen. Informationen werden zusammengetragen, Leads priorisiert und Handlungsmöglichkeiten vorbereitet. Der Verkäufer entscheidet weiterhin, kann seine Zeit aber stärker auf die Kontakte konzentrieren, bei denen ein Gespräch sinnvoll ist.
Für Unternehmen, die Dynamics 365 Sales einsetzen, lohnt es sich deshalb zu prüfen, wie Lead-Qualifizierung heute erfolgt und welche Teile davon bereits durch Agents unterstützt werden können.
3. Der Sales Agent kann CRM-Daten direkt aus Copilot heraus anlegen
Ein zweites relevantes Sales-Update reduziert den Wechsel zwischen Microsoft 365 und CRM.
Ab September können Nutzer über den Sales Agent Datensätze wie Kontakte, Accounts oder Opportunities direkt innerhalb von Microsoft 365 Copilot Chat erstellen. Informationen aus dem Gesprächskontext können dabei bereits in das Formular übernommen werden. Vor dem Speichern lassen sich die Werte prüfen und anpassen.
Warum ist das mehr als Komfort?
CRM-Datenqualität scheitert häufig nicht an fehlenden Feldern, sondern daran, dass Informationen nach Meetings, Gesprächen oder E-Mails nicht konsequent übertragen werden.
Wenn CRM-Aktionen stärker dort stattfinden können, wo Mitarbeitende ohnehin arbeiten, sinkt die Hürde zur Datenpflege.
Der interessante Use Case ist deshalb nicht die einzelne Funktion, sondern ein stärker integrierter Vertriebsprozess:
Kommunikation, Recherche, nächste Aktion und CRM-Pflege rücken näher zusammen.
4. Der Sales Opportunity Agent lernt aus vergangenen Deals
Auch bei laufenden Opportunities wird AI stärker in die Entscheidungsunterstützung eingebunden.
Der Sales Opportunity Agent kann ab September historische Deal-Muster berücksichtigen. Dabei können beispielsweise wiederkehrende Einwände, Wettbewerber, fehlende Stakeholder oder typische Verzögerungen aus vergangenen Verkaufsprozessen berücksichtigt werden. Daraus entstehen Hinweise für aktuell laufende Opportunities.
Warum ist das relevant?
Viele CRM-Systeme dokumentieren jahrelang erfolgreiche und verlorene Verkaufschancen. Dieses Wissen wird jedoch selten systematisch für den nächsten Deal genutzt.
Mit AI entsteht die Möglichkeit, diese historischen Daten stärker als operative Entscheidungsgrundlage einzusetzen.
Der entscheidende Faktor bleibt allerdings die Datenqualität. Wenn Gründe für verlorene Opportunities, Stakeholder, Aktivitäten oder Verkaufsphasen nicht sauber gepflegt wurden, kann auch ein Agent daraus nur begrenzt lernen.
5. Project Operations ermöglicht bessere Szenarien für Preise, Kosten und Margen
Für projektbasierte Unternehmen gehört die What-if-Analyse für Estimates zu den interessantesten September-Neuerungen in Dynamics 365 Project Operations.
Unternehmen können verschiedene Szenarien für Projektangebote simulieren und beispielsweise Preise, Rabatte oder Kosten verändern. Die Auswirkungen auf Kennzahlen wie Profitabilität und Bruttomarge werden direkt sichtbar.
Der Business Use Case
Eine typische Frage im Projektvertrieb lautet:
Was passiert mit unserer Marge, wenn wir dem Kunden beim Preis entgegenkommen?
Statt Kalkulationen manuell in verschiedenen Excel-Versionen durchzuspielen, können Szenarien näher am eigentlichen Projektangebot analysiert werden.
Das ist insbesondere für Professional Services und andere projektbasierte Organisationen interessant, bei denen Angebot, Ressourceneinsatz und Projektmarge eng miteinander verbunden sind.
6. Mehr Transparenz über Ressourcen im gesamten Projektportfolio
Ebenfalls im September geplant ist eine organisationsweite Sicht auf Projektzuweisungen.
Projektverantwortliche können damit Ressourcen, Projekte, Aufgaben und Buchungen stärker in einer gemeinsamen Ansicht analysieren. Zusätzlich sollen Hinweise auf Über- oder Unterauslastungen sichtbar werden.
Warum ist das relevant?
Ressourcenplanung wird problematisch, sobald nicht mehr ein einzelnes Projekt, sondern ein gesamtes Portfolio gesteuert werden muss.
Die entscheidende Frage lautet dann nicht nur, ob ein Projekt ausreichend besetzt ist. Unternehmen müssen erkennen können, wo dieselben Ressourcen parallel eingeplant sind, wo Kapazitäten fehlen und welche Auswirkungen neue Projekte auf bestehende Verpflichtungen haben.
Genau hier schafft die neue Sicht in Project Operations mehr Transparenz.
7. Power Platform Governance wird agentischer
Mit dem Agentic Center of Enablement bringt Microsoft im September außerdem eine interessante Governance-Funktion in die Public Preview.
AI Agents sollen dabei helfen, Risiken innerhalb der Power Platform frühzeitig zu erkennen, Probleme zu priorisieren und Maßnahmen zur Behebung vorzubereiten oder zu automatisieren.

Warum ist das relevant?
Je mehr Apps, Automatisierungen und Agents in einem Unternehmen entstehen, desto wichtiger wird Governance.
Das klassische Center of Excellence beschäftigt sich deshalb mit Fragen wie Umgebungen, Berechtigungen, Datenzugriff, Compliance und Standards.
Microsoft beginnt nun, auch diese Aufgaben stärker mit AI zu unterstützen. Für Unternehmen, die Power Platform und Copilot Studio breiter ausrollen möchten, ist das ein wichtiger Schritt in Richtung skalierbarer Agent-Governance.
Was Unternehmen aus den September Updates mitnehmen sollten
Die September-Neuerungen zeigen eine klare Richtung: Microsoft baut nicht nur mehr AI-Funktionen in einzelne Produkte ein. Agents werden zunehmend direkt mit Daten, Prozessen und Aktionen verbunden.
Im Vertrieb übernehmen sie Recherche und unterstützen die Priorisierung. In Project Operations werden Entscheidungen über Margen und Ressourcen datenbasierter. Mit Work IQ wird der Geschäftskontext über Microsoft 365 und Business Applications hinweg verbunden. Gleichzeitig investiert Microsoft stärker in die Governance dieser neuen Agent-Landschaft.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, welche neue Funktion Sie aktivieren können.
Die wichtigere Frage ist, welche dieser Funktionen einen bestehenden Prozess tatsächlich verbessert.
Ein Sales Agent bringt wenig Mehrwert, wenn Lead-Prozesse und CRM-Daten nicht sauber strukturiert sind. Eine What-if-Analyse hilft nur, wenn Kosten, Preise und Projektkalkulationen zuverlässig gepflegt werden. Und AI Agents können nur dann sicher skaliert werden, wenn Datenzugriff und Governance geklärt sind.
Welche Microsoft Updates sind für Ihre Umgebung wirklich relevant?
Nicht jede neue Funktion muss aktiviert werden. Einige Neuerungen können bestehende Prozesse jedoch deutlich vereinfachen oder neue Use Cases ermöglichen.
Sie möchten wissen, welche der aktuellen Microsoft Neuerungen für Ihr Unternehmen sinnvoll sind? Sprechen Sie mit uns über Ihre bestehenden Prozesse und Use Cases.
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